Wichtig: Diese ausführliche Bauanleitung wurde in "Kite and Friends" 2005 veröffentlicht. Der Autor ist Ralf Dietrich. Der Bauplan darf nicht für gewerbliche Zwecke verwendet werden. Sämtliche Bilder sind Eigentum von Dietrich, Hespeler und Rilling.
Die Skizzen können extra angeklickt werden und erscheinen dann vergrößert.

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Es ist uns eine ganz besondere Freude, Ihnen an dieser Stelle den folgenden Bauplan präsentieren zu können. Die Rede ist vom Mezger-Drachen, einem Drachen, der eigentlich recht bekannt in deutschen Drachenfliegerkreisen ist. So dachten wir zumindest!Mehr oder weniger durch Zufall gelangte ein Originaldrachen von Mezger aus den Anfangszeiten in unsere Hände und siehe da – das Original weicht deutlich von den Bauplänen ab, die derzeit im Internet vorzufinden sind. Zum einen hat der Original- Mezger eine Sechs-Punkt-Waage, gegenüber der Vier-Punkt-Waage der Internetpläne, zum anderen hat das Original keine Spannschnüre zwischen den Segeln, im Gegensatz zu den Plänen im Internet, die sich hier wohl mehr am Roloplan orientieren. |
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der Mezger in die Kategorie der Roloplane eingeordnet werden. Roloplane,
einst erfunden von Richard Steiff, sind schon faszinierende Drachen.
Nicht nur ihr Flugverhalten ist unübertroffen, auch ihre Geschichte ist
ungemein reizvoll. Wie gut ein Drachentypus ist, zeigt aber auch die Anzahl der Adaptionen und Weiterentwicklungen, die ein Modell im Laufe der Jahre erfahren hat. So gesehen ist der Roloplan eine wahre Erfolgsgeschichte. Ende der 50er Jahre schuf der Stuttgarter Drachenbauer Erwin Mezger den nach ihm benannten Drachen. In der darauf folgenden Zeit sah man den Drachen mit seinem pfeilähnlichen Muster und dem Fähnchen oft am Himmel über dem Stuttgarter Killesberg. Ursprünglich wurde er aus leichter Baumwolle, später aus Kunstseide gebaut. Als Gestänge wurde Bambus verwendet.
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Original Mezger-Drachen – noch aus Baumwolle und Bambus gefertigt
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Step 1: Egal, welches Design – Topsegel, mittleres Segel und unteres Segel muss man haben |
Step 2: Die einzelnen Verstärkungen und ihre Lage |
Step 3: Vernähte Verstärkungen |
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Step 4: Saumband an den Flügeln |
Step 5: Saumband am unteren Segel |
Step 6: Saumband wird leicht überstehend gelassen und dann zur Schlaufe geformt |
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Zuschnitt und Nähen Schneiden Sie zunächst diese drei Segel aus Spinnaker aus. Im nächsten Arbeitsschritt werden die Verstärkungen aus Dacron oder doppelt gelegtem Spinnaker aufgenäht. Die Lage der Verstärkungen ist in Skizze 2 blau markiert. Die kleinen, runden Verstärkungen haben dabei einen Durchmesser von 5 cm, die großen, runden Verstärkungen einen Durchmesser von 7 cm. Die Quadrate haben 6 cm, die Rechtecke 10 auf 6 cm. Sämtliche Verstärkungen liegen auf der Rückseite des Segels. Säumen Sie nun das Topsegel. Hier jedoch nur die beiden Schenkel, das heißt, die lange Gerade bleibt saumfrei. Für das Mittelsegel gilt: die beiden Außenkanten und die Kante zum unteren Segel hin werden gesäumt, die Kanten mit den Taschen zum Topsegel hin bleiben saumfrei. Selbiges gilt für das untere Segel, das im Übrigen an seinen Außenkanten hin konkav geschnitten werden kann, um einem späteren Flattern vorzubeugen. Hierzu gehört auch, dass eine Spannschnur mit in den Saum eingenäht werden sollte, die später das ganze Segel zum Drachenende hin abspannt.
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Step 7: Wichtig! Frontseite Top- auf Frontseite Mittelsegel |
Step 8: Die richtige Positionierung ist wichtig – auch die Tasche benötigt Platz |
![]() Step 10: Schlaufe am Flügelende |
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Step 9: So sieht eine Schlaufe für die Waage aus |
![]() Step 11: Schlaufe unten am Mittelsegel |
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Unteres Segel Wenden wir uns nun dem unteren Segel zu: Klappen Sie den Spinnakerüberschuss für die Stabtasche auf die Rückseite und nähen Sie diesen dort fest. Vielleicht haben Sie bereits bemerkt, dass wir die Stabtasche in Skizze 2 durchgehend markiert haben. Dies ist kein Fehler, zum jetzigen Zeitpunkt läuft tatsächlich eine Tasche über die gesamte Spannweite des unteren Segels. Schneiden Sie nun von der Mitte des Segels aus gemessen in 10 cm Entfernung eine Öffnung in die Stabtasche. Beachten Sie hierbei, dass diese Öffnung unbedingt auf der Rückseite des Segels zu liegen hat! Durch besagte Öffnung wird später der Stab eingeführt. Eine gute Idee ist es, die ungenutzte Stabtasche zwischen den beiden Schnitten mit einer Naht zu verschließen.
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![]() Step 12: Schlaufe am Flügelende, diesmal mit fertiger Tasche |
![]() Step 13: Die kleine Öffnung in der Tasche ermöglicht das Einstecken des Stabs |
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Mittel- und Topsegel Nehmen Sie nun das mittlere Segel und das Topsegel zur Hand. Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, hat das Topsegel eine geringere Spannweite als das Mittelsegel, das ist korrekt. Markieren Sie zunächst die Mitte des Topsegels und die Mitte des mittleren Segels mit einem weichen Bleistift. Legen Sie nun das Topsegel auf das Mittelsegel und zwar so, dass die beiden Mittelmarkierungen exakt aufeinander liegen. Außerdem ist es wichtig, dass die Vorderseite des Topsegels auf derVorderseite des Mittelsegels liegt, das heißt, blicken Sie auf die Vorderseite des Mittelsegels, müssen Sie die Rückseite des Topsegels sehen können. Beachten Sie ferner, dass das Mittelsegel über 3 cm Taschenzugabe verfügt, daher muss das Topsegel entsprechend justiert werden. Haben Sie das Topsegel exakt auf dem Mittelsegel ausgerichtet, kann es angenäht werden. Klappen Sie nun das Topsegel um. Auf der Rückseite sollte ein Überschuss für die Tasche entstanden sein. Wie bereits beim unteren Segel, nähen Sie nun diesen Spinnaker-Überschuss zu einer Tasche. Auch hier werden zwei Öffnungenin die Tasche eingebracht, auch hier wird die nicht benötigte mittlere Tasche mit einer Naht geschlossen. Die Näharbeiten sollten somit abgeschlossen sein.
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![]() Schiebeknoten zwischen Mittelsegel und unterem Segel, hier gespannt |
![]() ![]() Original und Anleitung: aufgenähter Waagepunkt |
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![]() Äußere Verbindungsschnur zwischen den Segeln |
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Original und Anleitung: Stabtasche und Spannschnur
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Bestabung Passen Sie nun den Kielstab ein. Dieser sollte straff, aber nicht zu stramm im Segel sitzen. Bemerkenswert an diesem Drachen ist im Übrigen, dass der Kielstab durch keinerlei Taschen verläuft; kleine Laschen am oberen und unteren Eddykreuz reichen vollkommen zur Fixierung aus. Apropos Eddykreuz, dieses wird nach oben und unten hin durch einekleine Lasche gesichert. Auf der Seite, auf der keine Lasche sitzt, geschieht die Sicherung mittels eines C-Clips. Außerdem werden auf dem Mittelstab in Höhe des Abschlusses des oberen Segels zwei C-Clips dicht nebeneinander aufgeklebt. Diese nehmen später einen Waageschenkel auf. Passen Sie danach die vier Spreizstäbe ins Segel ein. Abschließend werden die beiden Segel mit drei Schnüren miteinander verbunden: Zwei Schnüre, die 10 cm lang sind, verlaufen dabei von der unterenFlügelspitze des oberen Segels zur oberen Flügelspitze des unteren Segels. Die dritte Schnur verbindet oberes und unteres Segel in der Mitte miteinander. Eine gute Idee ist es, wenn man die äußeren Schnüre auf der unteren Seite mit einer Schlaufe versieht, um sie abnehmen zu können, und die mittlere Schnur mit einem Schiebeknoten versieht, um auch hier Druck aus dem Segel nehmen zu können. |
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Original:Metallverbinder und Bambusstäbe, Bauanleitung: Eddykreuz |
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Aufspannen und Waage Nun könnens ie den Drachen aufgespannten, wobei der Ausdruck „aufgespannt“ ein wenig übertrieben ist, denn das Segel sollte auf keinen Fall straff gespannt sein. Insbesondere zur unteren Mitte des oberen Segels hin sollte sich später in der Luft ein Tunnel bilden können, der den Drachen stabilisiert. Abschließend wird die Waage montiert. Die Maße der einzelnen Schenkel sind aus Skizze 3 ersichtlich. Ab zum Erstflug! Der Mezger ist ein typischer Vertreter der Leichtwinddrachen, deraber auch noch auffrischenden Wind abkann und Böen innerhalb gewisser Grenzen auspendelt. Allen Mezger-Drachen gemein ist ihr sehr steiler Flugwinkel bei ordentlicher Zugkraft. |
PDF-Datei aus kite and friends
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Hermann |
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Axel |
Hilmar |
2006 Hilmar Rilling